Die Leserunde meines Buchs „Jenseits der Zeit“ bei LovelyBooks

Letzte Woche habe ich die Leserunde bei LovelyBooks offiziell beendet. Vier der Teilnehmer hatten sich immer noch nicht beteiligt, weshalb ich zunächst noch abgewartet und diese dann angeschrieben hatte, um sicherzugehen, dass von denen wirklich nichts mehr kommt.

Mit dem Ausgang der Leserunde bin ich durchaus zufrieden: Es gab 41 Bewerbungen unter denen 10 eBooks und 3 Taschenbücher verlost wurden. Die meisten Teilnehmer haben sich bei den Themen und insbesondere bei den Leseabschnitten rege beteiligt (Bild unten) und zum Schluss haben 9 Teilnehmer eine Rezension bei LovelyBooks und einem oder mehreren Bücher-Shops abgegeben.

👉 4,9 Sterne ist die durchschnittliche Bewertung: 8 Mal mit 5 Sternen und 1 Mal mit 4 Sternen.

Die folgenden Zitate, die ich aus den Beiträgen und Rezensionen entnommen habe, haben mir am meisten bedeutet oder mich total gefreut:

*** Das beste was ich in der letzten Zeit gelesen habe. ***

*** Der Schreibstil ist echt wunderbar. Man hat die einzelnen Situationen vor Augen und kann sich die einzelnen Szenen sehr gut vorstellen. ***

*** Wunderbar! Wirklich, das Ende des Buches ist einfach toll! ***

*** Ein ganz besonderer und außergewöhnlicher Thriller. ***

*** Wirklich toll gemacht! Das Buch hat mehr Aufmerksamkeit verdient. ***

*** Ich denke ‚Jenseits der Zeit‘ ist für eine breite Leserschaft empfehlenswert, es bietet historische Elemente, fiktive Elemente, interessante unvorhergesehene Wendungen und damit viele spannende Lesestunden. ***

*** Die Kreativität und Fantasie des Autors bewunderte ich beim Lesen sehr. Diese Art von Buch hatte ich bisher noch nicht gelesen und war sofort von seinen Ideen und Vorstellungen fasziniert. ***

*** Übrigens finde ich die Beschreibungen der Ortschaften ganz toll. Ich war selbst noch nie in Oldenburg, kann es mir aber gut vorstellen. ***

An dieser Stelle möchte ich noch einmal allen aktiven Teilnehmern der Leserunde danken. 😃

👉 Habt Ihr auch Erfahrungen mit Leserunden als Leser oder Autor? Wie waren diese? Schreibt es in die Kommentare.

Hier geht es zu der Leserunde bei LovelyBooks.

Wie entwickle ich die Figuren für meine Geschichten?

Für eine gute Geschichte ist es unheimlich wichtig, gute Charaktere zu haben. Sie sind es, die die Geschichte vorantreiben und die bestimmen, wo sie lang geht. Die Charaktere sollten dreidimensional und nicht stereotyp sein, mit herausragenden Charaktereigenschaften.

Für mich ist die Figurenentwicklung durch Rückblicke eine gute Ergänzung, um die Figuren noch besser kennenzulernen und die Charakterzüge noch besser herauszuarbeiten. Dabei schreibe ich eine oder mehrere Szenen, die schon vor der Handlung der Geschichte stattgefunden haben. In diesen Szenen konfrontiere ich die Figuren mit schwierigen Situationen, damit sie auch die Gelegenheit haben, ihren Charakter zu zeigen, das kann z. B. ein Unfall sein oder ein Streit. Meistens haben diese Szenen damit ihren Zweck erfüllt, aber manchmal gefallen sie mir auch so sehr, dass ich sie in die spätere Geschichte mit einbaue.

Für Alex, den Protagonisten aus meinem aktuellen Projekt OS1, habe ich eine Szene geschrieben, die er kurz vor seinem Unfall erlebt hat. Bei ihm ist es besonders wichtig, sein früheres Ich kennenzulernen, weil er sich durch den Unfall sehr verändert hat.
In dieser Szene wird sein Verhalten an einem Tatort gezeigt, wo er mit den anderen Ermittlern aneckt, weil sie ihm nicht gut genug arbeiten und er dafür keine Geduld hat.

Hier zeige ich Euch einen kleinen Auszug aus der Szene, in der Alex einen Zeugen befragt, einen Penner, der in der Nähe steht:
***
„Bist du schon länger hier in der Umgebung?“, fragte er den Penner, der schon bei seiner Annäherung nervös aufgeschaut hatte und jetzt den Eindruck machte, als wollte er am liebsten das Weite suchen.
„Da vorne.“ Er deutete auf einen unbestimmten Ort hinter sich.
Die Stimme schien männlich zu sein, nur eigenartig, dass er so glatt rasiert war, wunderte sich Alex zeitgleich zum Riss seines Geduldsfadens. Zu solch einem Gestammel fehlten ihm heute Morgen die Zeit und die Geduld.
„Komm, konzentriere dich“, fuhr er den Mann an. „Wo genau warst du?“
Der Penner zog den Kopf zwischen die Schultern.
„Auf der Bank“, sagte er kleinlaut und deutete wieder hinter sich. „Hab‘ mich nur’n büschen ausgeruht.“
Alex machte einen Schritt zur Seite und kniff die Augen zusammen. Dann sah er die Parkbank, die sich unscheinbar unter einigen Bäumen befand. Vielleicht hatte der Penner dort übernachtet.
„Hast du dort geschlafen?“
Der Mann wich seinem Blick aus.
„Nur’n büschen ausgeruht“, wiederholte er.
Vermutlich hatte der Mann Angst, dass er ihn wegen irgendetwas belangen wollte.
„Ist mir ziemlich egal, was du da gemacht hast“, sagte Alex deshalb. „Hast du gesehen, was hier passiert ist letzte Nacht?“
Der Mann dreht sich ab, zu seinem Einkaufswagen, als wollte er gehen.
„Hab‘ mich nur ausgeruht. Bin vielleicht mal eingenickt. Hab‘ nix erkannt.“
Alex packte ihn am speckigen Ärmel seiner Jacke und zog ihn wieder zurück.
„Moment, Freundchen, du bleibst jetzt hier und beantwortest meine Fragen.“
Der Penner riss die Augen auf und fing an zu zittern. Alex merkte, dass er zu hart herangegangen war.
„Ja, ja, beruhige dich“, sagte er, wie er hoffte in einem sanfteren Tonfall. „Es passiert dir ja nichts. Aber es ist wichtig, dass du jetzt erzählst, ob du etwas gesehen hast.“
„Konnte nix erkennen“, sagte er wimmernd.
„Wovon konntest du nichts erkennen? Was ist hier vorgefallen?“
***

Wer weiß, vielleicht verwende ich die Szene in meinem neuen Buch ja als Rückblick. Was meint Ihr?

Ein Satz aus meinem dritten Buch

Mein drittes Buch mit dem Arbeitstitel OS1 ist noch im Entstehungsprozess. Das hält mich aber nicht davon ab, schon die eine oder andere Kleinigkeit zu verraten. Heute handelt es sich dabei um einen Satz, der relativ am Anfang der Geschichte steht:

***
„In diesem Moment sah er zu ihm herüber, und Alex wurde klar, dass er seinen Sohn eigentlich gar nicht kannte.“
***

Jedem Menschen, der mal ein „Pubertier“ (oder ein frisches „Ex-Pubertier“) zu Hause hatte, wird das bekannt vorkommen. 😂
Aber bei Alex nimmt dieses Gefühl noch eine ganz andere Dimension an, weil er die Welt seit seinem Unfall mit ganz anderen Augen wahrnimmt.

Ja, Ihr habt richtig gelesen: Die Entscheidung für den Namen des Protagonisten ist gefallen. Alexander soll er heißen, oder kurz Alex.

Dieser Satz stammt aus einer Szene, die ich geschrieben habe, um Alex besser kennenzulernen.

Ein Drittel meiner Arbeit als Schriftsteller: die Recherche

Wie ich recherchiere, hängt davon ab, wie genau ich etwas wissen will, oder manchmal auch wissen muss (bei Themen, die mich eigentlich gar nicht interessieren). Also hat es auch damit zu tun, in welchem Stadium des Schreibens ich mich befinde. Denn bei der groben Vorplanung führe ich auch eine nur grobe Vorrecherche per Onkel Google durch, was natürlich auch dazu führen kann, dass ich später wieder umdisponieren muss, falls die Recherche zu oberflächlich war und die Fakten dann doch nicht zur Geschichte passen.

Wenn es dann an das Ausarbeiten der Geschichte geht, also der genaueren Planung, werden auch die Recherchen detaillierter, beschränken sich aber zumeist auch auf das Internet. Bei „Jenseits der Zeit“ beispielsweise habe ich mir bei Wikipedia und auf den Oldenburger Internet-Seiten erstmal alles durchgelesen, was es über Oldenburg im 18. Jahrhundert zu finden gab, und habe mir schon fleißig Notizen angelegt.

Wenn es dann ans eigentliche Schreiben geht, stelle ich währenddessen meistens fest, welche Dinge ich genauer wissen muss (oder will 😉). Bei „Jenseits der Zeit“ merkte ich z. B., dass ich mehr darüber erfahren musste, wie die Aufklärung von Verbrechen damals in Oldenburg funktionierte. Ich war dazu (und auch zu anderen Themen) in Bibliotheken und habe mir stapelweise Bücher ausgeliehen. Die besten davon habe ich mir dann auch zugelegt, so dass ich in Ruhe weiterrecherchieren konnte.
Darüber hinaus habe ich mich zu Fragen, die ich aus den Büchern nicht klären konnte, an Fachleute gewandt, also z. B. bezüglich der Verbrechen an die Polizei. Bis ins Letzte konnte ich diesen Punkt dann allerdings auch nicht klären, jedenfalls nicht mit vertretbarem Aufwand, sodass für die Lücken die Fantasie herhalten musste.

Weiterhin ergeben sich oftmals aus der Handlung der Charaktere Themen, die man noch recherchieren muss. Einer der Hauptcharaktere in „Jenseits der Zeit“ namens Marko spielt Golf, also musste ich herausfinden, wie die Schläger bezeichnet und die Punkte gezählt werden. Um den Schreibfluss nicht zu verlieren, mache ich mir aber meistens eine Notiz, damit ich die Recherche für solche „Nebensächlichkeiten“ zu einem späteren Zeitpunkt nachhole, z. B. wenn es mit dem Schreiben gerade nicht so gut klappt.
Sobald die Geschichte dann fertig ist, muss ich die ganzen Notizen durcharbeiten und die fehlenden Puzzelteile einfügen, damit alles passt.

„Blutfieber“ als Taschenbuch veröffentlicht

Als ich meinen ersten Roman „Blutfieber“ bei Amazon als eBook neu veröffentlicht habe (nachdem er bei Neobooks über 5.100 Mal gekauft wurde), wurde mir dort der Vorschlag gemacht, ihn doch auch gleich als Taschenbuch zu veröffentlichen. Alle Daten wären ja schon vorhanden und ich müsste nur einen Klick mehr machen. 🙄 Ganz so war es dann aber doch nicht, denn der Innenteil musste ins richtige Layout gesetzt und das Cover auf Taschenbuchgröße inkl. Rückseite gebracht werden. Aber über Weihnachten habe ich die Zeit dazu gefunden, sodass es „Blutfieber“ jetzt auch in gedruckter Form gibt. 😊 Der Link ist auf der Bücher-Seite zu finden.