Entstehung von „Jenseits der Zeit“


Der ursprüngliche Gedanke zu meinem Roman „Jenseit der Zeit“ ist mir mal beim Autofahren gekommen: Was wäre, wenn man eine mentale Verbindung mit einer Person in der Vergangenheit aufnehmen könnte? Da ich eine Geschichte mit dieser Grundidee noch nicht kannte, wollte ich derjenige sein, der sie schreibt.

Dass mein Roman in meiner Heimatstadt Oldenburg spielen sollte, stand vorher schon fest, denn mein erster Roman „Blutfieber“ spielt auf Madagaskar und während des Schreibens hatte ich mir geschworen beim nächsten Mal einen Ort zu wählen, den ich besser kenne. Ich wollte nämlich nicht so viel Recherche-Arbeit haben. Der Schuss ging dann aber gewaltig nach hinten los: „Jenseits der Zeit“ spielt ja etwa zur Hälfte im 18. Jahrhundert und die Recherche zu den damaligen Gegebenheiten war noch mal immens höher.

Die Epoche des historischen Teils habe ich dann so gewählt, dass es viele Gebäude von damals heute noch gibt. Außerdem sollte es nach der Dänenzeit sein, denn Oldenburg wurde über ein Jahrhundert lang von Dänemark aus regiert. Der Rest entstand dann mehr oder weniger bei der Recherche: Ich habe etwas über Mühlen zur damaligen Zeit gelesen, also wurden Jacob und sein Bruder Herold zu Müllern. Ich habe auf (gemalten) Bildern gesehen, wie die Lambertikirche damals aussah, also hat Editha dort eine Vision.

Viele Autoren sagen ja, dass die Ideen ihnen einfach so zufallen, beim Einkaufen, beim Duschen usw. Das ist bei mir eher selten der Fall. Ich begebe mich an einen geeigneten Schreibort, meistens mein Schreibtisch, träume mich in die Geschichte und dann kommen die Ideen, teilweise auch aus Erlebnissen, die ich im Alltag habe, teilweise aus Erlebnissen meiner Mitmenschen. Auf diese Weise verfeinere ich immer weiter, von der groben Handlung bis zur detaillierten Geschichte.